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An(ge)dacht

Epheser 1,18
„Christus gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid“

Ich denke, als Paulus im Blick auf die Gemeinde dieses Gebet schrieb, erinnerte er sich an seine Begegnung mit dem auferstandenen Christus. Eigentlich meinte er, Gott zu dienen, indem er die Christen verfolgte. Es ging ihm um das strikte Einhalten der Gesetze, so dass sein Herz erfüllt war von Geboten und Verboten, wie er es von Kindheit auf gelernt hatte. Im Auftrag der Hohenpriester ging er nach Damaskus, um die Christen dort zu verfolgen. Er meinte es sehr ernst und ließ sich von seinem Weg nicht abbringen.
Gott sah, dass er auf dem falschen Weg war. Nur indem er sich ihm durch ein  blendendes, grelles Licht offenbarte und sich ihm zu erkennen gab, wurde Paulus von seiner inneren Blindheit befreit.

Auch wir sind heute von dieser Blindheit bedroht durch die vielen Dinge, die uns umgeben und tagtäglich auf uns einströmen.  Schauen wir noch auf Jesus oder sind wir von den Alltäglichkeiten so in den Bann gezogen, dass wir ihn nicht mehr sehen können oder sehen wollen?
Der auferstandene Christus sagt uns ganz deutlich und ohne Kompromisse, wie er es Paulus sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst, den du nicht mehr ernst nimmst, den du außer Acht lässt.
Jesus beauftragt ihn bei dieser Erscheinung, ihm zu dienen und für ihn zu zeugen von dem, was er gesehen hat und noch sehen wird.
Erst wenn das Wunder der Neuschöpfung geschieht, wenn in die Gottesfinsternis des gottfernen Menschen hinein das schöpferische »Es werde Licht!« ertönt, werden »die Augen des Herzens erleuchtet« und es kommt zur Gotteserkenntnis.
Wir, als Christen, haben es ähnlich erlebt, dass Jesus uns begegnet ist, dass er sich uns offenbart hat und noch offenbaren wird (sicherlich nicht so spektakulär wie bei Paulus, sondern oft in viel einfacherer Art und Weise).
Dabei geht es ihm darum, dass wir ihn erkennen und er unser Herz berührt.
So ist die zentrale Botschaft, die sich durch die ganze Bibel zieht, dass Gott immer wieder um unser Herz wirbt, dass es ihm ganz und ungeteilt gehören soll. Unser Herz ist der Begegnungsort mit dem lebendigen Gott, das erfordert unsere Achtsamkeit und bewusste Pflege. Jesus Christus will nicht nur flüchtiger Gast sein, für den wir dann ein paar innere Kulissen schieben - sondern er will einen festen Wohnsitz in uns haben. Das kann nur geschehen, indem ich in die Gegenwart Gottes komme. 

In der Gegenwart Gottes (in der Anbetung, im Gebet, beim Bibellesen) erkenne ich, zu welcher Hoffnung ich berufen bin, d.h. wie Gott mich von der Macht des Satans frei gemacht und zum ewigen Leben auserwählt hat.

In der Gegenwart Gottes offenbart er mir, dass er mich als sein Kind angenommen hat und ich zu ihm „Abba, lieber Vater“ sagen darf. Gott ist für mich da und hilft mir. Er lässt mich nicht im Stich.

In der Gegenwart Gottes lerne ich ihn als den kennen, der mit seiner unbeschreiblichen Macht mich nicht bedroht, sondern beschenkt mit Kraft der Liebe, Macht und Stärke - und das alles im Übermaß und gemäß dem, was göttlicher Machtwirkung entspricht.

Schauen wir auf diese drei Aspekte zurück, so merken wir, dass Gott von seinen Kindern nicht so sehr als der fordernde Gott erfahren wird, sondern als der schenkende Gott, der für Gegenwart und Zukunft reiche Gaben bereithält. Lassen Sie sich von Gott mit erleuchteten Augen des Herzens beschenken.